Auch die Luft- und Raumfahrtindustrie geht mit großen Schritten in Richtung Klimaneutralität. Mit insgesamt sechs internationalen Flughäfen und 50.000 Mitarbeitenden ist Nordrhein-Westfalen ein wichtiges globales Luftfahrtzentrum. Das Rheinische Revier baut mit seinem Innovationspotenzial die wirtschaftliche Bedeutung der Region weiter aus – und setzt wichtige Meilensteine für die klimaneutrale Luftfahrt und nachhaltige Luftfahrttechnologien. Für internationale Unternehmen gibt es hier bestens geeignete Flächen und viele Investitionsmöglichkeiten für grüne Luftfahrt.
Klimaneutrale Luftfahrt: Das Rheinische Revier will hoch hinaus

Nach Corona hat sich die Luftfahrtbranche nicht nur erholt, sondern setzt direkt zu neuen Rekorden an: Bis 2050 soll sich das Volumen des weltweiten Flugverkehrs im Vergleich zu heute nahezu verdreifacht haben. Fast 41.000 neue Passagier- und Frachtflugzeuge werden schätzungsweise nötig sein, um die steigende Nachfrage zu bewältigen.
Dabei steht die Branche auch vor großen Aufgaben: Bis 2045 soll Deutschland nur noch auf klimaneutrale Luftfahrt setzen – so das Ziel des Bundesklimaschutzgesetzes. Damit das gelingen kann, arbeiten viele der mehr als 400 Unternehmen und 100 Institutionen der Luft- und Raumfahrtindustrie in NRW täglich an nachhaltigen Mobilitätslösungen und Luftfahrttechnologien. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Antriebssysteme, innovative Materialzusammensetzungen und modernste Software.
Im Rheinischen Revier gestalten gleich drei wichtige Standorte die Revolution mit: In Würselen-Aachen, Mönchengladbach und Aldenhoven bauen ambitionierte Unternehmer:innen und Wissenschaftler:innen die Weltmarktführerschaft Nordrhein-Westfalens im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik weiter aus. Unterstützt durch den European Green Deal entwickeln sie Hochtechnologie, schaffen neue Wertschöpfungsketten und machen das Rheinische Revier zu einem Think Tank für nachhaltige Luftfahrttechnologien, das deutschlandweit seinesgleichen sucht.
Die Region Aachen als Hub für die nachhaltige Luftfahrttechnologien
Die Region Würselen-Aachen ist der multimodale Mobilitätshub Nordrhein-Westfalens, in dem viele Bestandsunternehmen und junge Start-ups Innovationen für die klimaneutrale Luftfahrt vorantreiben. Die Region steht wie kaum eine andere für die Verknüpfung von Forschung, Wirtschaft und Produktion, bietet darüber hinaus aber auch exzellente Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Aviation-Sektor.
Eine vielfältige Unternehmenslandschaft für das Projekt klimaneutrale Luftfahrt.
Eine vielfältige
Unternehmenslandschaft
für das Projekt
klimaneutrale Luftfahrt.
Mit dem Ziel, die Hauptverkehrsträger am Boden und in der Luft zu entlasten, konzipiert die e.SAT Gmbh mit Sitz in Aachen besonders leise elektrische Kleinflugzeuge. Um die nötigen thermoplastischen Verbundwerkstoffe kümmert sich das Deep-Tech-Start-up Fibraworks. Das Team der flyXdrive GmbH konzipiert und fertigt vollständig automatisiert fliegende Flugsysteme. Es betreibt anwendungsorientierte Forschung, Entwicklung und Beratung im Bereich der 3D-Mobilität und bietet Lösungen für den Betrieb unbemannter Flugsysteme an. Seit 2019 entwickelt die Jetpel GmbH in Aachen ultraleise und umweltfreundliche Antriebsstränge für Flugzeuge. Kerninnovation ist ein ultraleiser Mantelpropeller, der Jetpeller. INFORM wiederum ist spezialisiert auf Digital Decision Making zur Optimierung von Geschäftsprozessen mittels Datenanalysen, Künstlicher Intelligenz und Operations Research.
Anwendungsorientierte Forschung für nachhaltige Luftfahrttechnoligien.
Anwendungsorientierte
Forschung für nachhaltige
Luftfahrttechnoligien.
Um qualifizierten Nachwuchs für die Branche braucht man sich Aachen und Umgebung keine Sorgen zu machen. Jährlich schließen etwa 2.700 Absolvent:innen den Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik an der FH Aachen sowie der Exzellenzuniversität RWTH Aachen ab. Die Studierenden arbeiten dabei unter anderem an alternativen Antriebsmöglichkeiten durch Wasserstoffverbrennung in Gasturbinen oder simulieren in Virtual-Reality-Laboren neuartige Flugsysteme. Das Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen widmet sich automatischen und unbemannten Flugsystemen und forscht zu deren Regelung und Steuerung.
Ebenfalls in Aachen ansässig ist Access, ein Spin-Off der RWTH Aachen. Das Entwicklungszentrum verfügt auf über 4000 Quadratmetern über hochmoderne industrielle Fertigungslinien zur Gussteilherstellung aus Hochleistungswerkstoffen und wirkt nachhaltig am Strukturwandel im Rheinischen Revier mit. In seinem Production Launch Center (PLCA) arbeitet das Team von Access an digitalisierten Produktionsprozessen für die Luftfahrtindustrie.
Der Forschungsflugplatz Würselen-Aachen Europas Hub für klimaneutrale Luftfahrt.
Der Forschungsflugplatz
Würselen-Aachen
Europas Hub für
klimaneutrale Luftfahrt.
Der Flugplatz Würselen-Aachen gehört zu den verkehrsreichsten in Deutschland. Mittlerweile ist er als Forschungsflughafen qualifiziert und als solcher ein Kernvorhaben des Ankerprojekts Aviation, welches das Land NRW als besonders strukturwandelrelevant definiert hat. Forschung, Industrie, KMU und Start-ups sollen hier eng zusammenarbeiten, um Technologien schnell in die Praxis zu übertragen. Neue Unternehmen sind stets willkommen. Der Flugplatz Würselen-Aachen bietet beste Investitionsmöglichkeiten in Sachen grüne Luftfahrt.
Wichtige Förderprojekte rund um den Forschungsflugplatz
Mit dem Forschungsflughafen verknüpfte Förderprojekte sind das Innovationszentrum für Kleinflugzeug-Technologien (INK) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Forschungshangar FH-AERO.SCIENCE sowie das Production Launch Center von Access. Im Norden des Geländes liegt der AERO-PARK 1. Dort schlägt das Herz des Forschungsflugplatzes, das Aviation Innovation Center (AIC).
Als Innovation Hub mit großem Flächenangebot und modernster Infrastruktur soll das AIC ein Kickstarter für die klimaneutrale Luftfahrt sein. Getreu dem Motto „Köpfe, Kapital, Kooperationen“ bringt es Industrieunternehmen, Start-ups und die Wissenschaft zusammen. Dabei kombiniert das AIC ein Luftfahrt-Inkubationsprogramm mit Service- und Beratungsleistungen sowie Veranstaltungsformate. Auf großzügigen Büro-, Co-Working- und Werkstattflächen können die neuen Netzwerke Geschäftsmodelle, Produkte und Services entwickeln.
Mit dem PLCA soll ein Verbund von industrienahen und sich ergänzenden Entwicklungszentren entstehen. Dieser soll über Branchen hinweg automatisierte, skalierbare und kostenoptimierte Produktionsprozesse vorantreiben und in die industrielle Anwendung bringen. Ganz im Sinne des geplanten Wirtschaftsökosystems ECO2Air steht die Ökoeffizienz dabei an erster Stelle.
Im Forschungshangar der Fachhochschule Aachen dreht sich alles um die klimaneutrale Luftfahrt. Dafür sollen zukunftsweisende Komponenten und Teilsysteme nicht nur erforscht, sondern direkt auch im Flugversuch getestet werden.
In seinem INK verschreibt sich die DLR-Einrichtung „Technologien für Kleinflugzeuge“ den Themen elektrisches Fliegen und (inter-)urbane Mobilität. Dafür erhalten vor allem junge Wissenschaftler:innen eine Forschungsumgebung und Zugang zu starken Partnern. Der Schwerpunkt des Innovationszentrums liegt darauf, den Personen- und Frachtverkehr ressourcen- und lärmschonender zu gestalten.
Dafür forscht der Wissenschaftsnachwuchs insbesondere an voll- oder hybridelektrisch angetriebenen Kleinflugzeugen. Zudem entstehen Demonstratorprojekte. Das INK soll auch Impulse für die Ausbildung von Pilot:innen, Ingenieur:innen und Techniker:innen geben.
Geleitet vom Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen, arbeitet das Konsortium des Projekts an „Europäischen UAV-unterstützten Transport-Lösungen für Medizinische Güter“ (EULE). Die Unmanned Air Systems sollen Logistikprozesse zwischen Krankenhäusern, Laboren und Pharma-Großhändlern effizient vernetzen und damit die medizinische Versorgung in Städten und auf dem Land verbessern.
Mönchengladbach: viel Betrieb um das General-Aviation-Zentrum
Der Flughafen Mönchengladbach (MGL) ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für das Rheinische Revier und mit jährlich knapp 50.000 Flugbewegungen der größte General Aviation Airport Nordrhein-Westfalens. Mit aps | Aviation Parts Service hat einer der größten Flugzeugersatzteilhändler Europas sein Zentrallager in unmittelbarer Nähe. Ein weiterer führender Anbieter für Luftfahrtdienstleistungen ist die Rheinland Air Service GmbH, die unter anderem die Instandhaltung, die Betankung und den Verkauf von Flugzeugen abwickelt.
Der Flughafen Mönchengladbach als General-Aviation-Hub
Der Flughafen
Mönchengladbach als
General-Aviation-Hub
Der Flughafen Mönchengladbach eignet sich durch seine Kontrollzone sowie sein Instrumentenlandesystem ideal als Innovationszentrum und Reallabor für vielfältige Forschungsaktivitäten. Bereits 45 Unternehmen mit mehr als 750 Beschäftigten sind am MGL ansässig und tragen so dazu bei, den Standort zu einem Mobilitätshub für nachhaltige Luftfahrttechnologien auszubauen. Mit der FH Aachen besteht im Projekt SkyCab eine intensive Zusammenarbeit zum Thema elektrisches Fliegen. Als erster Flughafen Deutschlands stellt MGL über Rheinland Air Service außerdem Sustainable Aviation Fuel bereit, das den CO2-Ausstoß merklich reduziert. Und auch mit seinen Planungen zur automatisierten Prozesssteuerung sowie einem Live-CO2-Ticker geht der Airport bei den großen Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung als Innovator voran.
Sky Track Plus
Sky Track Plus
Das Forschungsprojekt Sky Track Plus ist eine Kooperation des Flughafens Mönchengladbach (MGL), der FH Aachen, der DRONIQ GmbH, des Flughafens Paderborn/Lippstadt und der Stadt Mönchengladbach. Ziel der Zusammenarbeit ist es, einen Mischflugbetrieb aus bemannter und unbemannter Luftfahrt zu entwickeln – als Beitrag zur Mobilitätswende. MGL fungiert als Reallabor für das Projekt.
Aldenhoven: vielseitiges Aviation-Zentrum
Alleinstellungsmerkmal Aldenhovens ist der komplementäre Branchenmix der Region, den sowohl renommierte Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen schätzen. Zudem bietet der Standort viel Expertise, wenn es darum geht, automatisierte Luftfahrtanwendungen zu erforschen und zu testen. Bei den Unternehmen hat sich MaTeck aus dem Nachbarort Jülich als führender Hersteller von Einkristallen und Materialien für den Einsatz in Industrie, Forschung und Entwicklung etabliert. Ebenfalls in Jülich sitzt Pronexos. Das Unternehmen ist Anbieter industrieller Dienstleistungen und liefert wertvolles Know-how für die Luft- und Raumfahrtindustrie.
Der Future Mobility Park Aldenhoven: stilbildend für klimaneutrale Luftfahrt
Der Future Mobility Park Aldenhoven vereint die in der Mobilitätsforschung aktiven Institute der RWTH Aachen. So will die Universität eine Plattform mit Partnern aus Industrie, Politik und Wissenschaft etablieren. Im Future Mobility Park forschen Studierende und Wissenschaftler unter anderem an automatisierten Verkehrsmitteln, innovativen Antriebskonzepten sowie Themen der Elektromobilität. Bald ist hier auch die Eröffnung des Centers for Vertical Mobility (CVM) geplant, das sich auf unbemannte und personentragende Luftsysteme konzentriert. Mit diesem bundesweit einmaligen Kompetenz- und Testzentrum rund um das Thema vertikale Mobilität soll sich ein weiterer Ankerpunkt der Luft- und Raumfahrtbranche im Rheinischen Revier herausbilden.
In guter Nachbarschaft: Strahlkraft in das Rheinische Revier
Ein Blick auf das direkte Umfeld des Rheinischen Reviers zeigt, wie viel wirtschaftliches Potenzial und Innovationskraft für die Luftfahrtbranche in der gesamten Region stecken. Mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln verfügt das Revier in direkter Nachbarschaft über eines der renommiertesten Forschungszentren Deutschlands. Die insgesamt 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR und seiner Einrichtungen besitzen ein riesiges Know-how und eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die globale Luft- und Raumfahrtbranche. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich außerdem AeroSpace.NRW. Das Netzwerk, das vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) des Landes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde, will die Innovationskraft und Wettbewerbungsfähigkeit des Bundeslandes weiter ausbauen. Und auch die internationalen Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn mit ihren zahlreichen ansässigen Unternehmen tragen dazu bei, dass die Region schon heute als Aviation-Kompetenzzentrum erster Klasse gilt.
Ansiedeln und abheben: Entdecken Sie Investitions-möglichkeiten für grüne Luftfahrt
Damit der Traum von der klimaneutralen Luftfahrt Realität werden kann, bietet das Rheinische Revier internationalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen beste Voraussetzungen. Wie auch Sie Teil des Reviers werden und seine Standortvorteile nutzen, zeigen Ihnen die Expert:innen von NRW.Global Business. Sprechen Sie uns an!